Mittwoch, 12. November 2014

Wenn man nicht weis wo es hingeht, wie nennt man das?

Der Tag beginnt ganz normal. Um mich herum geht das geschäftige Treiben gegen 5.30 Uhr los. Das ist dann doch etwas arg früh. Bleibe noch liegen, bis ich mitbekomme, dass der Tee fertig ist. Das ist immer gut. 

In meinem momentanen Zuhause ist immer allerhand los. Ein ständiges Kommen und Gehen. Ob es die Nachbarn, Verwandschaft, ein Patient (bekommt von Sheela morgens Insulin gespritzt) oder der Junge der die frische Milch bringt, es ist immer was los. Und es stört auch keinen wenn man noch im Nachthemd ist. 

Vorm Frühstück gehe ich mich duschen, was hier heißt: ein Eimer mit Wasser und eine Schopfkelle. Eine gute Nachricht: es gibt warmes Wasser. 

Nachdem Frühstück mache ich mich auf zu meinem Eye Camp. Ohne Meena, meine Krankenschwester, die streikt noch bis morgen. 

Munia, Nayans Mama hilft mir ein bisschen übersetzen, was sich mitunter als etwas umständlich herausstellt. Nach 8 Überprüfungen fahre ich schnell nach Kurseong um mit dem Optiker zu sprechen und alles zu organisieren. Den hatte ich gestern kontaktiert und es war im lieber wenn ich kurz vor Mittag komme. 
Gesagt getan. 

Nayan nimmt mich mit nach Kurseong. Dort treffe ich den Optiker und er vom letzten Jahr nichts vergessen. Sogar meinen Kaffee nicht. 

Bestelle schon die ersten Brillen von gestern und heute und kaufe noch ein paar Fassungen ein. Danach gehe ich in den besten indischen Sweets Shop den ich bisher kennen gelernt habe. Der Inhaber dort freut sich riesig mich wieder zu sehen. Schon süß. War letztes Jahr vielleicht 5-6 Mal dort. Er konnte sich aber noch an alles erinnern. 
Kaufe für meine Familie eine große Schachtel indische zumeist aus Milch bestehendes Naschwerk. Finde es hier auch nicht so übermäßig süß. 
indische Sweets

Dann kaufe ich für Sheela nach ein Bund Koriander. Die kocht sich gerade die Seele aus dem Leib. 
Für die Hochzeit, wird der jetzige Sportplatz / Fußballplatz zur Hochzeitsarena umfunktioniert. Dafür wird, so wie ich es verstanden habe, eine Art großer Pavillon gebaut. Aus Bambus. Dewas, Dipikas Papa und 15 weitere Männer aus dem Dorf, fällen heute 75 hohe Bambusstämme. Zum Mittagessen werden sie alle von Sheela verköstigt. 
Fussballplatz

Laufe zurück nach Makaibari. Ein netter 35 minütiger Spaziergang. 

Unterwegs ruft mich Nayan an. Mr. Banerjee, der Teeplantagenbesitzer, wünscht mich zu sehen. Er kommt mich um 14 Uhr abholen. Es ist 13.30 Uhr als ich wieder zu Hause eintreffe. Esse geschwind etwas. Aus Platzmangel auf meinen Zimmer. 

Nayan fährt mich zurück nach Kurseong. Dort gibt es eine große Tourist Lodge. Mit nettem Restaurant und und Übernachtung. Dort angekommen, ruft Mr. Banerjee Nayan an und fragt wo ich bleibe. Ich sollte in Makaibari auf ihn treffen und nicht dort. Also fährt mich Nayan zurück. Kurz vor Makaibari kommt uns Mr. Banerjee in seinem Wagen schon entgegen. 

Er freut sich richtig mich zu sehen und ehe ich mich versehe werde ich kräftig umarmt. 

Als kleines Geschenk hatte ich Mr. Banerjee eins von meinen Bildern auf Leinwand gezogen mit genommen und er hat sich sehr darüber gefreut. 
Bild für Mr. Banerjee

Im Auto sitzen noch seine Frau, Mrs. Banerjee, die Frau vom Manager und eine weitere Touristen, Doris aus der Schweiz, die ich gestern kennen gelernt hatte, sie vertreibt für Mr. Banerjee Tee in der Schweiz, auf privater Basis. 

Im zweiten Auto sitzt noch der Manager und jeweils ein Fahrer. Ich steige zu den Damen ins Auto und Mr. Banerjee wechselt das Auto und setzt sich zum Manager. 

Die Fahrt geht los und ich weis nicht wohin oder wieso. Doris geht es ähnlich. 
Wir fahren wieder nach Kurseong. Das dritte Mal für heute. 

Nachdem wir irgendwelche Schleichwege gefahren sind, halte wir wieder vor der Tourist Lodge. Das hätte ich auch einfacher haben können. Nun gut. So bin halt mal mit Mr. Banerjee´s komfortablen Jeep gefahren. 

Was Mr. Banerjee von uns will? Uns zu einem gemütlichen Nachmittag Imbiss einladen und mit uns etwas erzählen. Er bestellt Kingfisher Bier, Chicken Momos, gedämpft und frittiert und Vegetarische. Wir unterhalten uns alle sehr nett. Der neue Manager und seine Frau sind auch sehr nett. Wir essen Momos satt und genehmigen uns 3 große Bier. Am helllichten Nachmittag. Egal. 
Gegen 17 Uhr brechen wir auf und fahren zurück nach Makaibari. 

Werde für kommende Woche noch zum Abendessen eingeladen und dann trennen sich unsere Wege. Den Rest des frühen Abends habe ich nicht mehr mit arbeiten verbracht. Wir Mädels haben geguckt wer den schönsten Saree für die Hochzeit hat und was alles noch gebraucht wird. Die Männer haben den Bambus am Sportplatz abgeladen und waren anschließend schwer K.O. 
Es ist sehr schön mit anzusehen wie selbstverständlich hier alle für die Hochzeit zusammenhalten. Und man sich ausnahmslos gegenseitig hilft. Einfach toll. Ein ganzes Dorf. 

Kleine Kiwi Anekdote zum Schluss: 
Sheela hat von irgendjemanden 2 Tüten mit Kiwis geschenkt bekommen und das sie die Dinger nicht kennt, als spezielle Kartoffel gedeutet. Heute morgen vorm Frühstück, wollte Sie von mir wissen, ob ich weis wie man sie zubereitet. Worauf ich nur gesagt habe, man isst sie einfach so. Pur. Habe ihnen gezeigt wie man Kiwis isst. Es war ein Sammelsurium an verschiedenen Größen und so kleine wie dabei waren habe ich auch noch nie gesehen. Zu klein für einen Teelöffel. Daher habe ich die kleinen die schon einigermaßen weich waren komplett geschält. Keiner in der Familie hat sie je probiert. Und alle sind sehr skeptisch. Und probieren nur eine Messerspitze voll. 
Zugegeben sie sind etwas saurer als bei uns, aber sehr aromatisch und lecker. Als ich mir eine kleine Kiwi halb in den Mund stecke, schütteln alle nur so ihren Kopf. Ich glaube die Kiwis muss ich essen. Konnte keinen so wirklich dafür erwärmen. 

Dienstag, 11. November 2014

Anknüpfen, da wo ich letztes Jahr aufgehört habe......

Auch in Makaibari geht die Sonne früh auf. Manchmal vielleicht etwas zu früh. 5.30 Uhr und es ist hell draußen. Drehe mich nochmal um, ehe um 6 Uhr das Geklapper in der Küche los geht. 

Hier in Makaibari wird normal gefrühstückt. Puris mit Kartoffeln und ein Spiegelei, natürlich. Dazu Makaibari Tee. 
Von Dewas Mama, die auch hier mit im Haus lebt, ist zur Zeit auch ihre Schwester hier. Eine Lustige. Hat jahrelang in Mumbai gekocht. Versteht zwar kein Englisch, aber mit Zeichensprache und Gestik geht es auch. 

Gegen neun und 3 Tassen Tee später, gehe ich mit Sheela in die Krankenstation. Heute ist ein Ausnahmezustand in Makaibari. Die Teepflückerinnen und Teeplantagenarbeiter streiken. Für 2 Tage. Sie wollen mehr Geld. Was sonst. Was ich bei 95 Rupees am Tag (zur Zeit 1,28 €) auch zu hundert Prozent nach vollziehen kann. Auch ein Teil der Krankenschwestern die auch für die Plantage arbeiten, haben heute gestreikt.
Daher lief es heute nicht ganz so rund hier. 

Verbringe, da ohne Meena (streikt auch), ein bisschen Zeit in der Krankenstation zu und mache dort die ersten Termine zur Augenüberprüfung. Danach mache ich mich auf mein Eye Camp einzurichten. 

Treffe auf eine Schweizerin die hier für 2 Tage Station macht und wir quatschen ein wenig. In Deutsch. Nach 14 Tagen Englisch total ungewohnt. 

Zum Lunch gehe ich nach meinem momentanen Zuhause. Wir essen alle gemeinsam. Gegen 14 Uhr fange ich offiziell an zu arbeiten. 
In der Hoffnung das ich das mit der Sprachbarriere gemeistert bekomme. 

In den erstem 30 Minuten kommt keiner und ich denke schon, dann halt nicht. Urplötzlich ist es voll. Und es kommt irgendwie alle auf einmal. Mache 12 Augenüberprüfungen. Für den ersten Nachmittag gar nicht schlecht. Wie ich finde. 
Hatte auch eine Art Reklamation vom letzten Jahr. Nach durchforsten meiner Unterlagen finde ich heraus, dass es überhaupt nicht die Brille war die für die Dame angefertigt hatte. Sondern für jemanden ganz anderen. Das die Dame dann damit nicht gucken kann wundert mich überhaupt nicht. 

Es geht mal wieder ziemlich chaotisch zu, alle reden durcheinander und ich muss erst mal Ordnung schaffen. 
Aber für den ersten Nachmittag war es ganz ok. Mal gucken wie es morgen so wird. 
Eigentlich wollte ich heute nach Kurseong fahren und mit dem Optiker vor Ort alles besprechen, aber ich war erst nach 18 Uhr aus meinem kleinen Räumchen raus. Danach noch schnell bei Meena vorbei geschaut und einen Tee getrunken. 

Hier mal eine Übersicht wo ich überhaupt bin:




Montag, 10. November 2014

Bye, bye Sikkim, Ankunft in Makaibari

Ein Ende steht auch immer für einen neuen Anfang. Manchmal schweren Herzens. 

Packe heute morgen alles was noch so rum lag ein und frühstücke, frisch geduscht (ein letztes Mal, in Makaibari habe gibt es nur einen Eimer mit Schöpfer). Es ist kurz nach sieben. Ashish, der heute beruflich selber nach Namchi muss, ist selbst etwas in Eile und macht mich ganz nervös. 
beim Frühstück

Er bringt im Dienstwagen, ein alter leicht klappriger Mahindra (indischer Jeep) technisches PC-Equipment nach Namchi. Mit diesem Jeep sind wir in den letzten Tagen viel rum gefahren. Sein eigenes Auto war am Donnerstag zum "Car Spa" wie es hier so schön heißt und steht innnen und aussen sauber geputzt unter einer Abdeckfolie. 

Damit ich heute pünktlich zur vereinbarten Pick up Stelle nach Kurseong komme, hat Ashish seinen netten Taxifahrer-Nachbarn um Hilfe gebeten. Der hatte mich bereits am Montag umher kutschiert. Zwei Nachbarjungen helfen dabei, mein Gepäck zum Taxi zu tragen. 

In Indien hat man noch nichts davon gehört, dass Häuser jederzeit für die Feuerwehr zugänglich sein sollten. Daher muss man meistens irgendwelche kleinen Trampelpfade zu den Häusern bewältigen. Bei Ashish ist dies nicht anders. Daher ist einem Hilfe beim Koffer tragen sehr willkommen. 

Verabschiede mich mich von Anok, Saritra, J.B. und von Neeru natürlich. Es ist ziemlich traurig wie schnell einem eine ganze Familie ans Herzen wachsen kann. Und wie schwer es einem fällt sie dann zu verlassen. Auch wenn 9 Tage nicht sehr lang war, für eine gefühlsmäßige Verpflanzung im Herzen hat es alle mal gereicht und ich vermisse sie jetzt schon. 

Ashish bringt noch bis zum Taxi/Jeep der mich nach Kurseong bringt. 
Abfahrt um 7.45 Uhr. Neeru hatte organisiert, dass mich das Auto an der Hauptstraße abholen kommt und ich nicht zum Busbahnhof musste. 

Die Fahrt nach Kurseong etwa 120 Kilometer dauert mit einer kurzen Pause gute 5 Stunden. Bei der Grenze nach Westbengalen wo ich offiziell aus Sikkim ausreise und erst wieder in 3 Monaten einreisen dürfte, gibt es eine kurze Pause. Und auf halber Strecke gegen 11 Uhr, wo ich als zweites Frühstück mir ein paar vegetarische Momos genehmige. 

Von unterwegs informiere ich Nayan in Makaibari über mein eintreffen in Kurseong. Er kommt mich an vereinbarter Stelle abholen. Meine kleines Netzwerk hier, funktioniert erstaunlich gut. So dass ich um 13 Uhr Shila umarmen und begrüßen kann. 

Werde von allen freudigst begrüßt und erfahre mal wieder die tolle indische Gastfreundschaft. Es gibt etwas leckeres zu Essen und alle scheinen froh, dass ich da bin. 

Am Nachmittag organisiere ich einiges für meine morgen beginnende Arbeit und gehe anschließend durch Dorf und mache eine kleine Begrüßungsrunde. Haupt- Gespräch ist natürlich Dipikas Hochzeit. Erwartete Gäste 700!!!!!!! Mannomann. 

Zum Abendessen sitzen wir alle im kleinen Küchenhäuschen und essen zusammen. 

Sonntag, 9. November 2014

The story about the "Muskatnuss" or nutmeg

In der vergangenen Woche, die viel zu schnell vorbei ging, haben wir natürlich viel über die Unterschiede zwischen Deutschland und Indien gesprochen. Das soziale System zum Beispiel, Straßenzustände, Kultur oder das unterschiedliche Essen.
Beim Essen gibt es bestimmt unzählige Sachen. Schon allein die Tatsache, dass bei uns die Kartoffel als Sättigungsbeilage gilt und in Indien als Gemüse zählt.

Hier mal ein paar Bildimpressionen, der letzten Tage: (mal gucken was die dt. Telekom dafür berechnet) 



Da meine Familie weder Rind noch Schwein isst, ist das Fleischangebot natürlich eingeschränkt. Es gibt entweder Hühnchen, Ziege oder Fisch.
Irgendwann fragte Ashish nach einem typischen deutschen Essen. Schnitzel? Ist aber Schwein oder besten Fall Kalb, Hühnerragout? Auch doof. Grabe in meinem Gehirn nach einem Rezept oder Fleisch und etwas man auch hier bekommt. Anok, der Sohn, liebt Kartoffeln über alles. Da fällt mir als typisches Gericht der Reibekuchen ein.
Kartoffeln, Zwiebeln, Eier und etwas Mehl bekommt man eigentlich überall.
Ashish fragt mich wie man es zubereitet. Erkläre es ihm. Beim Würzen sind wir Deutschen meistens eher langweilig und ich möchte mal behaupten, man findet in der Regel Salz, Pfeffer, Paprika, Muskatnuss und vielleicht noch ein paar Kräuter.

Muskatnuss? Was ist das? Ashish und Family geht mit dieser intensiven kleinen Nuss nicht um und weiß sie auch nicht zu gebrauchen. Wir Deutschen lieben hingegen diese Nuss. Und Reibekuchen ohne Muskatnuss, ist fliegen ohne Flugzeug. Nicht wirklich zu empfehlen.

Wir entschließen uns Reibekuchen zu machen.

Am gestrigen Tag wurde von Ashish erstmals per Telefon eine Muskatnuss organisiert. Bis er wusste, wo wir eine kaufen können.

Der gestrige Tag war ein Faulenzer Tag. Erstmal gut gefrühstückt. Hühnchen, Gemüse, Linsen, und Reis. Danach hat sich jeder seinem Treiben hingegeben. Sarita ist in die Schule gefahren und hat unterrichtet (in Indien ist auch Samstags Schule), somit war Anok auch nicht da. Zu mindestens morgens. Unter der Woche ist auch Nachmittags Schule.
Ashish war das Auto waschen. Das es auch nach unserem Trip durch West und Südsikkim auch nötig hatte. Neeru hat den Haushalt geschmissen, ich habe meine Wäsche gemacht und viel gelesen.
Zum späteren Mittagessen, gab es Puris und sehr leckeren gebratenen indischen Käse (so ne Art krümeligen Frischkäse) mit Zwiebeln.

Am späten Nachmittag sind wir alle zu Neeru´s Elternhaus gefahren. Dort waren wir zum Abendessen eingeladen.
Da der Weg durch Militärgebiet geführt, hatte Ashish erstmal geklärt ob ich da auch hin darf. Ja ich durfte, wurde zwar zum gefühlt hundertsten Male in irgendeinem dicken Buch eingetragen, aber dass war zum Glück die einzige Formalität.

Die Familie empfängt sehr herzlich und man fühlt sich mal wieder von der absoluten Gastfreundlichkeit überwältigt.

Neeru hat eine Schwester und einen Bruder. Der auch verheiratet ist und dessen Frau ich auch gleich kennen gelernt habe. Als erstes bekomme ich einen Tee und Gebäck.
Das Abendessen welches von den Töchtern zubereitet wird, da die beiden Oma´s sich ins Wohnzimmer verzogen haben und quatschen. Ashsih Vater ist nicht mitgekommen, warum weiss ich nicht und Neeru´s Papa habe ich auch nicht kennengelernt. Wollte aber auch nicht fragen wo er ist.

Es gibt ein „local chicken“. Frisch geschlachtet wird es von Ashish ausgenommen und zerteilt. Die Mädels zaubern daraus ein Chicken Curry. Dazu Blumenkohl und ein weiteres grünes Blattgemüse. Dal und Reis natürlich.

Das Hühnchen ist eine kau-intensive Sache. Auch wenn es lecker schmeckt, die Zähne sollten in Ordnung sein.
Nachdem wir uns alle gut gegessen haben geht’s zurück nach Hause. Das Haus liegt abseits der Straße und man musste einen kleinen steilen Fußweg passieren um ans Haus zu kommen. Zurück im Dunkeln geht es nur mit Taschenlampe und sehr vorsichtig.

Wir sind früh im Bett. Alle ausnahmslos.


Geweckt von der aufgehenden Sonne um 5.20 Uhr drehe ich mich nochmal um. Mein letzter Tag in Gangtok.

Heute haben alle frei und alle etwas länger geschlafen. Höre das erste Geklappere in der Küche erst nach 6 Uhr.
Zum Frühstück gibt es heute Ziege, frittierte Bittergurke und Aubergine, Dal, Reis und noch einiges mehr.

Danach will ich nochmal in die Stadt und Ashish etwas arbeiten. Kurz bevor wir los fahren wollen, will auch Ashish´s Vater mit. J.B. genannt. Er hat seine Brille verbummelt und braucht eine Neue.
Kurzerhand schlage ich im Wohnzimmer meine Utensilien auf und mache eine Augenüberprüfung. Mit Fassungsauswahl.

Wir fahren eine gute Stunde später los, als geplant. In Gangtok angekommen gehe ich etwas bummeln. Über den megavollen Gemüsemarkt und durch die lebhaften Gassen. Die meisten Geschäfte haben auf.
Nach 2 Stunden treffe ich Ashsih und gehen gemeinsam Äpfel fürs Apfelmus kaufen und im besagten Geschäft eine einzelne Muskatnuss. Für 7 Rupees.
Danach machen wir uns auf zum Optiker. Bestelle für J.B. Gleitsichtgläser und bezahle sie auch direkt.
Habe schon ein ziemlich schlechtes Gewissen. Ich habe mich hier eine Woche lang durchgefuttert, ein Dach über dem Kopf gehabt und habe häufig viele kleine nette Geschenke von Neeru und Ashish bekommen. Da war es das mindeste, dass ich die Brillengläser bezahle, schließlich bin ich deshalb auch hier.

Wieder zu Hause, bereite ich die Reibekuchen zu. Mit selbstgemachten Apfelmus.
Sehr zur meiner Freude schmeckte es allen. Auch in Verbindung mit dem süßeren Apfelmus. Allerdings wurde beim letzten Reibekuchen direkt ausprobiert ob es auch mit Chili Chutney schmeckt. Scheint geschmeckt zu haben.


Der Rest des Tages war ich mit packen beschäftigt. Was sich so alles in einer Woche anhäuft ist schon erstaunlich........

Freitag, 7. November 2014

Wieder in Gangtok...........

Leider ohne Bilder, nur 5 KB/sec


Der Tag in Westsikkim ging viel zu schnell vorbei. Leider. Auch wenn wir die meiste Zeit im Auto verbracht haben, war es ein sehr schöner Tag.
Wir waren alle ziemlich k.o.
Daher starten wir den neuen Tag erst um 9 Uhr. Ashish Freund aus Pelling musste zurück, zur Arbeit. Ashish hat ihn bevor er mich im Hotel abholen kam, zum Taxi/Busstand gebracht.
Daher sind wir nur zu dritt. Wir fahren den Berg weiter hinauf. Zur Siddhesvara Dhaam Statue. Ein ungefähr 33 Meter hohe Shiva Statue auf dem Berg Solophuk. Dort befinden sich Nachbildungen der vier wichtigsten Pilgerstätten Indiens, und man braucht daher nur dorthin fahren und muss nicht zu allen Pilgerstätten pilgern. Natürlich nur wenn man nicht will oder kann.

Von dort machen wir uns auf, alle Serpentinen wieder runter, fahren durch Namchi durch und auf der anderen Seite des Tals wieder den Berg hinauf. Auf den Sandruptse Berg. Der deutlich höher ist als der Solophuk Berg und eine schöne Aussicht liefert. Die Fahrt dauert auch fast 45 Minuten. Dort auf dem Berg steht Namchi´s zweite imposante Statue. Den Grundstein legte der Dalai Lama.

In einer kleinen Teestube machen wir eine kurze Rast und genießen die Sonne. Nachts war es mal wieder ungemütlich kalt. Da es hier nirgends eine Heizung gibt und die Häuser nur einfach verglast sind, wenn überhaupt, ist es drinnen ähnlich kalt wie draußen. Zum Glück ist es nicht nasskalt. Der letzte Regen viel Anfang September. Zum Teil ist es auf den Straßen so staubig, dass wir die Fenster schließen müssen, sonst droht eine Staublunge.

Nach unserer Pause geht’s zurück Richtund Gangtok. Ganz gemütlich. Es sind ungefähr 65 Kilometer. Wir passieren unendlich viele Reisterrassen, in denen der Reis fast reif ist für die letzte Ernte in diesem Jahr.

Fahren durch Sikkims größte Teeplantage „Tami Tea“ und machen hier und da einen kurzen Stopp für ein paar Fotos.
Kaufen unterwegs am Wegesrand Gemüse welches ich nicht kenne, man sollte immer alles mal probiert haben. Man bekommt hier am Straßenrand schon mal Obst und Gemüse angeboten. Entweder wild gewachsen oder jemand hatte zu viel davon im Garten und verkauft es daher. So haben wir auf dem Weg nach Yuksom am Mittwoch frische Guaven erstanden. Sehr lecker.
Am Gemüsestand sehe ich auch recht kleine Kiwis. Die Verkäuferin erklärt Ashish, dass sie hier irgendwo wild wachsen. Sehr zu meiner Verwunderung kennen die beiden keine Kiwi!! Und sind total überrascht, dass ich dieses pelzige braungrüne Ding kenne.
Kaufe ein paar. Sie sind sehr aromatisch. Ashish findet sie, glaube ich, nicht so lecker.

Gegen 14 Uhr knurrt uns Dreien gehörig der Magen. In Singtam machen wir einen Stopp und gehen zu Mittag essen. Wir lassen uns verwöhnen. Es gibt geschmorte, ziemlich scharfe Ziege, Dal, gebratenes Gemüse mit Kartoffeln, jede Menge Reis, eingelegte scharfer Rettich, Chillirettich (Pickles) und frische Gurkenscheiben. Sehr schmackhaft. Auch wenn man wegen der Schärfe irgendwann nicht mehr die Lippen spürt. Nur noch ein kribbeln wahrnimmt. Hier in Sikkim ist die Touristenzahl deutlich geringer. Bis auf die Touris von unserem Mittagessen, sind mir noch keine nennenswerte Touristen begegnet. Ausser Inder natürlich. Aber das kann ich nur schwer auseinander halten.

In dem Restaurant ist man auf meine Spezies nicht eingestellt. Daher scharf.
Lade meine Herren zum Essen ein. Es geht weiter Richtung Gangtok.
Kurz vor Gangtok erstehen wir am Straßenrand noch kleine Fische, die hier oben im Fluss leben. Sie haben in etwa die Größe von einer Sprotte. Es sind etwa 20-25 Fische. Auf ein Stück Bambus aufgespießt und zu einem runden Kranz gebunden. Wohin mit glitschigen Fischen? Der Verkäufer hängt sie einfach über den Beifahrerspiegel. Auch eine Art Fische zu transportieren.

Gegen 16 Uhr sind wir zurück in Gangtok. Zu Hause angekommen müssen wir unsere Erlebnisse natürlich schildern und die ein oder andere Anekdote.

Zum Abendessen gibt es die im Ganzen gebratenen Fische, sehr lecker und knusprig. Auch wenn ich hier Verwunderung ausgelöst habe, weil ich den Kopf nicht mitgegessen habe. Dazu ein paar Rotis und verschiedene Gemüse.

Danach noch etwas quatschen und erzählen und ab ins Bett.

Der heutige Tag, es ist schon Freitag, beginnt schon fast mit etwas Routine.
Stehe gegen 6.20 Uhr auf. In der Küche ist Neeru (Ashish´s Frau) schon seit kurz nach 5 Uhr am hantieren. Bekomme einen Tee gekocht und gucke zu wie das Frühstück so langsam entsteht.

Frisch geduscht, essen wir gegen 8 Uhr unser Frühstück. Noch ein paar Fische, frisch gebraten, Reis, Gemüse, gebratene Pilze und Dal.

Neeru, Sarita (Ashish´s Mama) und Neeru fahren gegen neun Uhr arbeiten und nehmen mich mit bis zur MG Marg, der Fußgängerzone von Gangtok.

Dort mache ich, dass erste Mal wieder seit Samstag, die Gegend alleine unsicher.
Gehe etwas bummeln, einen Kaffee trinken und zu meinem Schneider. Der hatte bereits gestern schon ein Teil fertig und heute den Rest.

Gegen 12.30 Uhr treffe ich mich mit Ashish. Wir gehen auf den Gemüsemarkt. Ein 5-stöckiges Gebäude. Dort findet sich alles wieder, nicht nur Gemüse, sondern auch Bekleidung, Schuhe, Haushaltswaren, Gewürze und was man sonst so für den täglichen Bedarf so braucht. Wir kaufen Gemüse, etwas Obst und Gewürze ein.

Mitte November feiern sie hier Puja Festival. Dafür kaufen wir jede Menge spezielle Dinge ein, die mir alle nicht wirklich was sagen. Diese spezielle Riten zu verstehen und wieso, weshalb, warum ist für einen Ausstehenden wie mich ziemlich schwer. Nachdem der Verkäufer uns einen Tee spendiert hat, weil wir so lange auf die Zusammenstellung der langen Liste von Ashish warten müssen, kommt Neeru auch dazu. Sie hat Freitags früher frei. Zusammen gehen wir in einem Sweetsshop Gulab Jambon essen. Diese kleinen mega süßen Kugeln. Ashish geht wieder arbeiten, Neeru und ich fahren mit einem kleinen Sammeltaxi nach Hause.

Wo wir eine große Waschparade abhalten. Bei mir hat sich seit dem Beginn meiner Reise einiges angesammelt. Von Hand gewaschen, hängt nun alles zum trockenen auf der Dachterrasse.

Zum Abendessen gibt es selbstgemachte Nudeln.


Gestern bekam ich schon die Frage gestellt, wann ich denn wieder komme. Es gibt noch so viel zu sehen. Eigentlich wollte ich noch zum Tsmogo See auf 4000 Meter Höhe. Dort darf man als Ausländer leider nur zu zweit oder mehreren hin. In der Tourist Office, wo man eine Sondergenehmigung beantragen muss um dort hin zu dürfen, fand sich seit Montag leider keiner der auch dort hin wollte. Leider. Wäre bestimmt spannend gewesen.  

Donnerstag, 6. November 2014

Internationaler Lunch, alles wird wieder gut.

nur ein Bild, leider




Nachdem Ashish mich gestern gerettet hat so zusagen, der arme Kerl ist gestern mit einem Kumpel zusammen sofort ins Auto gesprungen und die 6 Stunden nach Pelling gefahren. Ohne irgendwas. Keine Zahnbürste, nichts.

Um alleine die Strecke zu fahren und weil es hier um 17 Uhr bereits dunkel ist, hat er einen Freund gebeten mit zu kommen. Was er bisher für mich getan hat, sehe ich als absoluten Freundschaftsbeweis an. Mehr kann man einfach nicht verlangen.

Mein Tag fing bereits sehr früh an. Habe mir um 5 Uhr den Sonnenaufgang über dem Kanchenjunga angesehen. Hier ist er fast zum Greifen nahe.
Gegen 6.15 Uhr gehe ich frühstücken. Ein Chicken Sandwich und eine große Kanne Tee. Diese Nacht waren es nur 14 Grad in meinem Zimmer. Brrr.

Gegen 7 Uhr kommen meine drei Herren. Wir trinken zusammen noch einen Tee und brechen dann auf. Zu einem nahe gelegenen Aussichtspunkt auf den Kanchenjunga.
Danach fahren wir in ein Kloster von Pelling. Wo wir den Mönchen beim spät morgendlichen Gebet zuhören. Wo bei man das Gemurmel nicht versteht. Ist tibetisch.
Wir wollen die Mönche nicht länger stören und fahren zurück nach Pelling.
Die Herren hatten noch kein Frühstück und mir kommt ein zweites Frühstück gerade recht. Es gibt leicht scharfe Kartoffeln in Soße und Puris (frittierte kleine Fladenbrote aus Vollkornmehl) Sehr lecker.

Gut gestärkt machen wir uns auf zum Kecheopalri See. Etwa 2 Stunden entfernt. Unterwegs sehen wir uns den Rimbik Wasserfall an. Wir haben viel Spaß im Auto und machen viele Witze und quatschen ununterbrochen.

Am heiligen See angekommen spazieren wir dorthin um unsere Wünsche los zuwerden. Im Gepäck einiges zum Opfern damit die wünsche auch in Erfüllung gehen.
Der See sieht von oben aus wie der Fussabdruck von Buddha und deswegen heilig. Ein Mönch segnet uns und wir zünden jeder eine Butterkerze an. Für die Familie. (So ähnlich wie bei uns in der Kirche)

Gesegnet geht es zurück zum Auto. Auf nach Yuksom. Etwa 2 Stunden entfernt. 20 Kilometer. Die Straße hier ist die absolute Katastrophe und es folgt eine Serpentine nach der anderen. Passieren aber noch einen netten Wasserfall.

Auf dem Weg gabeln wir 2 Touristen auf die zu Fuss vom See unterwegs sind. Ein Italiener und ein Japaner der in Mainz arbeitet.

In Yuksom entsscheiden wir uns gemeinsam im Yak Restaurant essen zu gehen. Es gesellen sich noch zwei weitere Touristen zu uns. Am Ende sitzen: drei aus Sikkim am Tisch, ein Italiener, ein Deutscher, ein Neuseeländer, ein Japaner und ich als einzige Frau. Sehr International.
Da fragt man sich schon warum es soviel Krieg gibt auf dieser Welt. Wir sitzen friedlich zusammen, egal wieviel Geld hat oder welcher Religion er angehört.

Nach unserm tollen und fast zweistündigen Lunch geht es weiter nach Namchi. In Südsikkim. Von dort wollen wir morgen unsere Tour fortsetzen. Es sind 60 Kilometer. 4 Stunden Fahrt.
Wir hören nepalesische Popmusik und fahren in die Dunkelheit. Machen an einem weiteren Wasserfall halt und machen wie bereits den ganzen Tag über viele Fotos.

Ashish der seinen ersten Tag als Tour Guide gemeistert hat, wie wir im Auto im scherzhaft gesagt haben, hat zwischendurch noch ein Hotel für mich organisiert. Er und seine Kumpel schlafen bei einem Bekannten den Ashish von der Arbeit kennt.

Ankunft im stockdunkeln um 20 Uhr. Hier wird es um 17 Uhr schlagartig dunkel. Was beim Autofahren den Vorteil hat, dass man die steilen Abhänge nicht mehr sieht. Leitplanken sind zu Gänze unbekannt.

Da wir ein gutes Mittagessen hatten und wir unterwegs eine Packung Kekse geplündert haben, gehe ich schnurstracks in mein Zimmer.



Indian Eye Camp

Indian Eye Camp
mit einer heiligen Kuh

Info´s

Auf meiner Tour durch Nord-Indien 2012 bin ich, Ricarda Schmitz, im Teedorf Makaibari, etwa 40 km südlich von Darjeeling gelandet. Hier wird der berühmte Darjeeling Tee angebaut. Dort habe ich ein paar Tage bei einer Teepflücker-Familie gelebt und durfte am Dorfleben teilnehmen.

Das Besondere? Alle mit denen ich Kontakt hatte, strahlten eine innere Zufriedenheit aus und begnügten sich mit dem was sie ihr Eigen nannten. Dies ist aus der Sicht eines Europäers nicht besonders viel. Ein bescheidenes Dach über dem Kopf, Schulbildung für die Kinder (meistens nur die Jungs) ein wenig Ackerbau zur Selbst- versorgung und mit etwas Glück: fliessendes Wasser.

Das Erlebte: Während meines Aufenthalts, durfte ich mit den Tee-Pflückerinnen den Tee ernten und in der Fabrik den Tee sortieren. Eine sehr anstrengende Arbeit, wie ich finde. Der Verdienst? Für 8 Stunden Arbeit, traurige 1,54 € pro Tag.

Die Idee ist ein bisschen von meiner Arbeit, der Augenoptik, zurückzugeben. Ende September geht es los. Auf ins Dorf nach Makaibari im Himalaya. Dort werde ich 3 Wochen lang, meinen Beruf des Augenoptikers ausüben und die Brillenstärke der Einwohner bestimmen und für den richtigen Durchblick sorgen.

MIT IHRER MITHILFE
würde ich gerne mit einem Optiker in der Nähe von Makaibari die richtigen Brillen fertigen. Dafür bitte ich Sie um finanzielle Unterstützung um das Gelingen meines Projekt ´s zu sichern.

(von Sachspenden bitte ich abzusehen, da ich auch den Optiker in Indien unterstützen möchte. Eine fertige Brille kostet in Indien ca. 35 €uro.)