Dienstag, 4. November 2014

Ziege zum Frühstück, oder in Indien gibt es auch schwarze Schafe.

wegen der langsamen Internetverbingung leider ohne Bilder


Tja, wo soll ich anfangen. Fange mal bei den erfreulichen Sachen an zu den unerfreulichen Dingen, die es hier auch gibt, komme ich später.

In meiner lieben Gastfamilie von Ashish bin ich richtig liebevoll aufgenommen worden. Neeru, Ashish Frau und Anuk der kleine Sohn, gerade in die Schule gekommen, zeigten mir am Sonntag erst mal Gangtok und Umgebung. Wir haben uns mehrere Aussichtspunkte angeguckt, waren in einem Schwarzmützenkloster, das hier auch noch richtig intensiv genutzt wird. Überall wuselten Mönche jeglichen Alters umher.
Das Kloster in Gangtok liegt malerisch an einem Berghang. Der Aufstieg ist ewas mühselig, aber man wird für seinen Einsatz auch belohnt.
Leider darf man in den Zeremonienhallen nicht fotografieren. Überall in Sikkim. Was ich einerseits sehr schade finde, andererseits auch verstehe. Wir wollten auch nicht das Sonntags um 10 Uhr eine Gruppe Inder durch die heilige Messe wandert und munter Foto´s schießt.
In Gangtok gibt es auch eine kleine Seilbahn. Mit der Neeru, Anuk und ich hoch fahren. Sie verläuft quer über Gangtok und man hat einen grandiose Aussicht auf selbige Stadt. Gangtok hat etwa 35000 Ew. und ist Sikkims Hauptstadt.
Oben angekommen, kommt Ashish uns mit dem Auto abholen. Wir gehen noch in Gangtoks größten Supermarkt einkaufen. The „Big Baazar“. Wir machen Momo´s und brauchen noch das richtige Mehl. Und ich brauche noch neue Socken. Habe einen ziemlichen Verschleiß. Hier gibt es Flip Flop Socken. Die dicke Zehe einzeln und dadurch Platz für den Flip Flop Riemen machen.

Es geht zurück nach meinen momentanen Zuhause. Ashish und Neeru wohnen etwa 5 km von Gangtok City entfernt.
Etwas unterhalb. Gangtok liegt an einem ziemlich steilen Berghang und relativ weit oben. Für uns heißt das: die ganzen Serpentinen wieder runter fahren, die wir morgens mühevoll hoch getuckert sind.
Zuhause gibt es erst einmal einen kleinen Nachmittagsimbiss. Tibetisches Toast in Butter gebraten mit Marmelade. Eine Sünde wert. Dazu einen Milchtee. Für mich mit etwas Zucker und für die anderen mit Salz. Die meisten trinken hier lieber salzigen Tee.

Unser heutiges Frühstück von Ashish scherzhaft „Dinner“ genannt, bestand aus Reis, gebratenen Hühnchen, frischen Erbsen mit Kartoffeln, so ne Art Höhenspinat, Dal aus schwarzen Linsen und etwas frische Chilisoße. Sehr lecker, wenn auch etwas ungewohnt.

Danach fangen wir Frauen an die Momo´s zu zubereiten. Was auch mit 6 Händen viel Arbeit ist. Dafür aber sehr lecker ist.

Auch gestern morgen durfte man beim Frühstück nicht zimperlich sein, es gab gebratene Ziege, Kürbisgemüse, frische Bohnen, gebratene Kartoffelstreifen so ne Art indische Bratkartoffel, gebratene Wasserkresse und gelbes Linsen Dal.
Und wenn Ziege meine, dann ist auch eine Ziege gewesen. Mir hat es geschmeckt, auch wenn es 8 Uhr morgens für uns Deutschen, die eher ein Brot mit Butter und Marmelade lieben, ungewohnt ist.

Ashish war gestern so nett und hat einen Nachbarn, der Taxifahrer ist, gebeten mich durchs Tal auf die andere Seite des Berges zu fahren. Dort thront auf etwa 1700 Meter di Rumtek Gompa, ein sehr beeindruckendes schönes Kloster. Von dort kann man ins etwa 15 km entfernte Lingdum Gompa fahren, ein weiters und deutlich beeindruckenderes Kloster und noch relativ neu. Von 1998. Hat schöne Wandmalereien. Als kleine außergewöhnliche Szene: Bollywood drehte dort gerade einen Film.

Nach weiteren 15 km und wieder einer Stunde Fahrzeit, durch tiefe Schlaglöcher und schwindenden Teer, tat sich ein kleiner Wasserfall auf, den ich besichtigt habe.

Nach 45 km und guten insgesamt dreieinhalb Stunden Fahrzeit, graut es einem schon vorm dem Heimweg. Aber da muss man hier einfach durch. Auch wenn es einem schwer fällt.

Im kurz vorm Sonnenuntergang wieder zu Hause. Mein Fahrer möchte 1500 Rupees haben, für den heutigen Tag, also etwa 20 €.
Wir trinken schnell einen Tee und fahren gemeinsam in die Stadt. Auf dem Weg zur Arbeit von Neeru und Ashish hatte ich die beiden morgens schon noch Gangtok City begleitet und der Fahrer hatte mich dort abgeholt.
Jetzt sind wir in Fussgängerzone und gehen zum Schneider. Brauche noch eine Sareebluse. In der Regel läßt man sie sich schneidern. Vorher haben wir noch den passenden Stoff für meinen Saree erstanden. Der Schneider war sehr nett und lustig.
Hier in Gangtok tragen die meisten Frauen eine Sareebluse mit eingenähten pushup Polstern für gewisse Rundungen. Ich meinte, dass ich so etwas nicht bräuchte. Was er mir nicht recht glauben wollte. Nachdem der Schneidern Maß genommen hat, meinte er: ja, stimmt.

Der heutige Tag war eine Katastrophe, daher nur schnell in Kurzform. Gestern haben Ashish und Neeru mit mir zusammen eine Tour nach West Sikkim gebucht, in einer Tourist Office. So weit so gut.
Heute morgen sollte mich das Fahrzeug samt Fahrer gegen 8 Uhr zu Hause abholen.

Gegen 6.45 Uhr ruft der Fahrer an und sagt er käme schon 7.30 Uhr. Beile mich. Verzichte auf mein indisches Frühstück und esse Toasts.

Wann kam der Fahrer? Um 9.30 Uhr!!!
Begründung er hätte nicht gewusst, dass ich nicht an der Hauptstraße stehe. Dabei hat Ashish mindestens 10 mal versucht ihn zu erreichen.

Dann ging Fahrt los, ab in den Westen. Kurze Zeit später musste der Fahrer und sein Bruder erstmal frühstücken. Ob er beim morgendlichen Gespräch mit Ashish sagte, er wäre am Frühstücken.

Über was ich mich noch aufgregt habe:
im Auto wurde geraucht, ohne zu Fragen,
laute Musik gehört, ohne zu Fragen.
Keine Stopps für eine kurze Fotosession möglich,
dann fuhren die beiden eine ziemlichen halsbrecherichen Stil, was für meinen Geschmack und in Anbetracht der sehr schlechten Straßenverhältnisse nicht besonders angenehm ist.
Nachdem ich höflichst darum gebeten habe nicht ganz zu schnell zufahren, und vielleicht mit den anderen Dingen ein bisschen Rücksicht auf mich nehmen könnten, da ich sie ja auch bezahle, hieß es nur, nein ich bezahle sie nicht sonder die Touroffice. Und er wäre auch nicht der Fahrer, sondern der Besitzer des Autos.

Kurzum, ich habe Ashish angerufen und ihn gebeten zu Fragen, ob man irgendwo das Auto/Fahrer wechseln kann. Ging leider nicht.
Von den Sightseeingpunkten (etwa 6) habe ich nur einen gsehen und nachdem die Fahrer geschnallt hatten, dass ich das Auto wechsle, waren sie auch nicht mehr groß bereit mich irgendwo hin zu fahren, außer nach Pelling, wo ich jetzt bin.
Mit meinem Anruf bei Ashish habe ich allerdings eine kleine Lawine los getreten.
Ashish hat seinen Chef erzählt was passiert ist, der hat ihn bis Donnerstag von der Arbeit freigestellt und er ist direkt nach Pelling losgefahren. Was hier für die 85 km mindestens 5-6 Stunden bedeutet.
Dann hat er seinen besten Freund angerufen, der in Pelling wohnt, er soll sich um mich kümmern wenn ich da bin. Was er auch brav fast 2,5 Stunden gemacht hat, ehe Ashish hier in Pelling eintraf.
Zum Dank habe ich den Herren erstmal ein Abendessen spendiert. Auch wenn Ashish das nicht wollte. Er hat ein schlechtes Gewissen, weil er mir die Tour vermittelt hat.
Morgen wird Ashish mich kutschieren. Wir werden noch eine Nacht dran hängen und erst am Donnerstag nach Gangtok zurück kommen.
Sein Freund unterdessen schon mit dem Travel Office gesprochen, damit ich wenigstens einen Teil meines Geldes wiederbekomme.

Wie heißt ein indisches Sprichwort: Am Ende wird alles gut, und wenn es noch nicht gut ist, dann ist auch noch nicht das Ende.

ENDE


Sonntag, 2. November 2014

Wie man am besten nach Sikkim kommt, hoffe ich.

 Da ich bereits zwei Tage lang nicht dazu gekommen bin, meinen Blog zu schreiben, weis ich gar nicht wo ich anfangen soll. Am besten am Anfang. 

Nachdem ich bei der netten Familie Rai untergekommen bin, habe ich am Freitag dann versuch meine Sikkim Permission zu erhalten. Was sich aber als noch sehr schwer heraus stellen sollte. 

Bin von meiner Unterkunft zum Chowrasta Platz gelaufen. Der höchst gelegene Punkt in Darjeeling. Etwa 2200 Meter hoch. Der Anstieg hat es für Ungeübte und für nicht Durchtrainierte, wie mich in sich. Bin heil froh, dass mir und den beiden Mädels gestern beim runter laufen im Stockdunklen nichts passiert ist.
Oben angekommen muss ich erst einmal durch schnaufen, vielleicht liegt es auch schon den paar Höhenmetern.

Gehe etwas bummeln, heute morgen waren es in meinem Zimmer 13 Grad. Brrrr. Die Sonne die jetzt durchkommt ist der absolute Knaller. Es ist absolutes T-Shirt Wetter.

Gehe in Darjeelings bester Bäckerei einen Kaffee trinken und genehmige mir einen hausgemachten Brownie mit Wallnüssen und warmer Schokosoße. Eine Sünde pur.
Sitze am Fenster direkt in der Sonne und genieße die Aussicht auf Darjeeling.

Gut gestärkt mache ich auf, mein Sikkim Visa zu bekommen. Wenn ich gewusst hätte, dass es noch so nervenaufreibend wird, hätte ich besser zwei Brownies gegessen.

Im Reiseführer steht, dass man zur Sikkim Tourist Office muss. Laut Reiseführer gegenüber von der Bäckerei. Finde es leider nicht. Frage mich durch und werde auch nicht schlauer.
Im Reiseführer ist eine Nummer angegeben, die ich kurzerhand anrufe. Dort hilft mir eine nette Dame weiter. Zurzeit gibt es die Sikkim Tourist Office nicht. Muss zur Darjeeling Tourist Office. Nach einem netten Spaziergang durch die Stadt finde ich dieses Office auch.
Dort muss ich einen kleinen Fragebogen ausfüllen und Angaben zur Person machen. Gesagt getan. Auf die Frage hin wo ich den zur Zeit wohne, antworte ich ordnungsgemäß bei Familie Rai. Das hätte ich besser mal nicht getan.
In Indien muss jeder Tourist gemeldet werden und wird registriert. Meine Familie hatte dies anscheind nicht gemacht, obwohl sie eine Kopie vom Reisepass und vom Visa bekommen hatten.
Ohne Registration kein Visa. Mist. Erkläre dem Beamter das es vielleicht aus versehen passiert ist. Zum Glück hatte ich die Telefonnummer von Famile Rai im Handy gespeichert.
Der Beamte ruft dort an und es wird ein ziemlich langes und heftiges Telefonat. Das sie Nepali sprechen bekomme ich nichts mit.
Nach langem hin und her, bekomme ich endlich ein Blatt mit dem ich zum Department of Darjeeling irgendwas gehen muss.
Der Beamte erklärt mir kurz wo ich ich muss. Für Ortsunkundige nicht so einfach und ich laufe prompt in die Falsche Richtung.
In Darjeeling werden die Höhenunterschiede für Fußgänger oft mit steilen Treppen überbrückt. Man kann also viele Höhenmeter in kurzer Zeit bewältigen. Lauf Treppaufund Treppab. Fast eine Stunde lang ehe ich um kurz vor 16 Uhr und nach mehrmaligen Fragen vor dem Department of Darjeeling stehe. Muss in die 1. Etage.
Glück gehabt. Um 16 Uhr wird das Office geschlossen und erst wieder am Montag geöffnet.
Dort erwartet man mich schon . Etwas unheimlich. Soll mich nochmal in der Tourist Office melden. Meine Personalien werden zum 4 mal notiert. Erst ich einmal, dann in der Tourist Office in einem dicken Buch, dann auf dem Zettel, jetzt hier wieder in einem dicken Buch und zum fünften Mal auf meiner Einreisegenehmigung. Puh.
Bekomme den lang ersehnten Stempel in meinem Reisepass.
Dann klingelt das Telefon. Die Tourist Office. Man möchte mich sprechen. Darf hinter die Absperrung ins Büro und spreche mit dem Beamten. Er möchte nochmal die Telefonnummer haben. Kein Problem.

Kurz nach mir war noch ein junger Tourist gekommen auch für ein Visa. Wir laufen zurück und quatschen dabei. Das Department liegt etwa 1,5 km außerhalb. Er heißt Tom und kommt aus Israel. In Darjeeling am Markt angekommen bzw. Main Bazar, trennen sich unsere Wege.
Gehe einen wohlverdienten Kaffee trinken. Schlendere noch etwas durch Darjeeling. Bekomme eine Anruf von zwei Österreichern die gestern kennengelernt habe, (wohnten auch bei Familie Rai für eine Nacht) ob wir nicht zusammen zu Abend essen wollen. Kein Problem. Verabreden uns in einem typischen Thali Restaurant. Thali ist der Sammelbegriff für eine Ansammlung von verschiedesten indischen Gerichten, serviert auf einem Thali Teller. Genau das Richtige, weil man so viele Sachen probieren kann.

Wir treffen uns und gehen gemeinsam Essen. Es dauert ziemlich lange, aber wir werden reich belohnt, es ist einfach lecker. Die Kosten für ein Thali liegen unter 2 Euro.

Wir unterhalten uns nett und gehen nach unserem Mahl noch ein Bier trinken. Es ist ziemlich schnell 21 Uhr. Meine Handy klingelt. Meine zur Zeit Familie, wo ich den bleiben würde. Bei den Österreichern Andreas und Melanie geht kurze Zeit später auch das Handy. Da ihr Zimmer bei Familie Rai ab heute wieder vermietet war und sie noch länger in Darjeeling bleiben wollen, sind Sie zu den Schwiegereltern unsrer Gastmutter gezogen.

Nachdem das Bier leer ist, laufen wir gemeinsam zurück.

Bin ziemlich schnell im Bett. In den Häusern wird es nachts sehr schnell kalt, da ist der wärmste Ort das Bett.


In dieser Nacht war es ähnlich kalt wir in der vergangenen. Packe alle meine Sachen, frühstücke bei herrlicher Aussicht und Nahi (Gastmutter) organisiert mir einen Träger.
Gegen 11.30 Uhr breche ich auf. Mein Träger ein kleiner, schmächtiger und älterer Herr, bindet sich mein Gepäck zusammen und trägt es mit einem Trageriemen auf dem Kopf. Alle drei Gepäckstücke. Etwa 46 kg.
Habe ein ganz schlechtes Gewissen. Er läuft den Berg hoch und ich hinterher. Dafür das er so beladen ist und ich nur meine Fototasche trage, sind wir gleich schnell.

Nach etwa 30 Minuten Fussmarsch sind wir am Bussbahnof. Dort kaufe ich mir eine Fahrkarte nach Gangtok.


Die Sammeljeeps fahren erst los, wenn das Auto voll ist. Daher muss man ein wenig Geduld haben.


Gegen 13.00 Uhr fahren wir los.
Die Fahrt nach Gangtok ist nichts für einen schwachen Magen und Nerven. Es sind etwa 90 km bis nach Gangtok. Veranschlagte Zeit mit einer Pause 5 Stunden. Die Straße ist eher eine Aneinanderreihung von Schlaglöchern und zerstörtem Asphalt.
Nach etwa 2 Stunden machen wir eine Pause. Esse ein paar Momo´s. Dann zurück auf die Straße. An der Grenze erfolgt meine Einreise problemlos und ich darf rein. Gegen 18 Uhr bin fast da. Wir hatten eine Reifenpanne und der Reifen musste erst gewechselt werden.

Habe unterwegs mit Ashish telefoniert und er hat dem Fahrer erklärt wo er bitte anhalten soll. Er käme mich da abholen. Was er tut.

Die Wiedersehens Freude ist riesig und ich bin herzlichst willkommen. Nichts umsonst gelten die Menschen hier oben als die gastfreundlichsten Menschen von Indien.

Habe mein eigenes Zimmer und es zur Abwechslung mal in die indische Mittelschicht geschafft. Das Haus ist ziemlich neu uns für indische Verhältnisse blitzblank. Es gibt nichts zu beanstanden.

Wir quatschen und essen zu Abend. Hier in Sikkim isst man andersherum. Abends nur eine Kleinigkeit zumeist Rotis (dünne Brotfladen) mit etwas Gemüse und vielleicht etwas Fleisch. Menge vielleicht wie unser Frühstück.
Morgens hingegen wird richtig gekocht und es gibt Reis, Fleisch, Gemüse usw. also eher wie unser Mittag oder Abendessen.


Um 21 Uhr bin etwas erschöpft im Bett und lese noch etwas. 

Freitag, 31. Oktober 2014

Es kommt immer anders wie man denkt, oder Ankunft in Darjeeling

Der gestrigen Tag hatte es wahrlich in sich. Nachdem ich gut am New Delhi Airport angekommen bin, und für 15 kg Übergepäck bezahlt habe, fliege ich mit Spice Jet nach Badogra. etwa 2200 km von Delhi entfernt. Abflug um 11.40 Uhr. Ankunft in Bagdogra um 14 Uhr. 
Organisiere mir ein Auto mit Fahrer nach Darjeeling. Am Flughafen gibt es leider keine Sammeltaxis, nur private Fahrer. Die um das 7-10 fache teurer sind als das Sammeltaxi. Die Fahrt im Sammeltaxi kostet etwa 250 Rupees. Rund 3,50€ Privat 2000 Rupees, als fast 30€. Spreche zwei Frauen an, wie sich herausstellt aus Frankreich. Sie wollen auch nach Darjeeling. Kurzerhand teilen wir uns ein Auto. Durch drei geteilt sind es nur 660 Rp. Perfekt. Die Fahrt geht los. Ich sitze vorne die beiden Französinnen hinten. Frage unseren Fahrer beiläufig, ob er die alte oder die neue Straße nach Kurseong fährt. Er will wissen wieso. Ich erzähle ihm von Makaibari und das die beiden Frauen gerne eine Teeplantage sehen wollen. Für einen kleinen Aufpreis fährt er über Makaibari, die alte und mittlerweile schlechte Strasse. 
Rufe von unterwegs Nayan an, er organisiert mir auf die schnelle eine Führung für die beiden. 
Die Fahrt geht erstaunlich schnell. Seit dem die neue Straße auf ist, fahren nur noch wenige über die alte Strasse und wir kommen gut durch. Nach knapp zwei Stunden sind wir in Makaibari. Werde äußerst herzlich von allen begrüßt, es ist kaum vorstellbar, dass es bereits ein Jahr her ist. Nayan zeigt den beiden die Teefabrik und ich laufe schnell zu Meena, meine liebe Krankenschwester vom letzten Jahr. Shila meine Homestay-Mama und Familie sind leider nicht da. Hochzeitse Einkäufe in Siliguri. 
Die Wiedersehensfreude mit Meena ist wundervoll. Verdrücken beide ein paar Freudentränen.
Wir trinken auf die schnelle einen Tee miteinander. Ehe ich mich los reißen kann und zurück zur Fabrik gehe. Wo meine beiden Mitfahrerinnen auf mich warten. 

Meena hat schon eine Liste mit 100 neuen "Patienten". 

Wir fahren weiter. Bis Darjeeling sind es noch 40 km. Es fängt etwas an zu regnen, was bei dieser Strasse nicht besonders schön ist. Und hier wird es auch schnell dunkel. Sind halt sehr weit im Osten. 

Dafür erleben wir auf der Fahrt einen schönen Sonnenuntergang. 


Ankunft in Darjeeling um 18.30 Uhr. Für die 40 km haben 2 1/2 Stunden gebraucht. 

Eigentlich wollte ich in dem Hotel absteigen wo ich bereits schon einmal geschlafen habe. Was mir nicht bewusst war, zur Zeit ist absolute Hochsaison in Darjeeling. Und Darjeeling ziemlich ausgebucht. 
Rufe von unterwegs in mehreren Hotels an, habe aber kein richtiges Glück oder ziemlich teuer. Meine beiden Französinnen haben eine kleine Pension / Homestay gebucht. 
Rufe dort an. Ja sie hätte noch ein Zimmer, aber kein eigenes Bad. Egal. Werde ich die nächsten 3 Wochen auch nicht haben. 
Sage zu. 
Die Pension ist nur zu Fuß zu erreichen. Was mit fast 45 kg Gepäck etwas beschwerlich ist. Aber wir drei meistern den steilen Weg nach unten im Dunkeln ziemlich gut. 

Unser Pensionswirtin bekommt einen Schlag als wir mit drei Damen auftauchen. 
Wir fragen warum?? Die beiden Damen hatten es am Mittwoch online gebucht, aber ihre Emails nicht mehr abgerufen. Denn das Zimmer für die beiden war schon vermittelt. 
"Mein Zimmer" bestehend aus 2 Betten ist noch frei. Sonst ist aber kein weiteres Zimmer mehr vorhanden. Shit. Und jetzt? Wir sind ja in Indien. Im Haupthaus beiden den Eltern und Schwester ist ein Bett in einer kleinen Kammer frei. Beziehungsweise wird für mich frei gemacht und ich kann dort mein Revier beziehen. 


Die Französinnen teilen sich das andere Zimmer. In dem eigentlichen Zimmer was die Familie sonst vermietet, ist ein junges Paar aus Österreich untergebracht. Also Multikulti. 

Wir bekommen sofort einen Tee und Kekse und erholen uns im Wohnzimmer von der Anreise. 
Da wir alle nicht wahnsinnig hunger haben, bekommen wir eine schöne heiße Nudelsuppe mit frischem Gemüse. Hier in Darjeeling ist ziemlich ungemütlich, gegenüber Delhi. 14 Grad und feucht. Heizung ist hier oben fast unbekannt. Das Haus in den im Schlafe ist schon über hundert Jahre alt und im Familienbesitz. Alle sind sehr nett uns bemüht uns den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen.

Gegen 22 Uhr gehe ich in mein Bett. Dick eingepackt. Lese noch und schlafe erstaunlich gut. 
Heute morgen um kurz vor 6 Uhr werde ich mit diesem fantastischen Ausblick auf den Kanchenjunga belohnt. Dem dritt höchsten Berg der Welt. 




Das Haus von meiner momentanen Familie. Im Hintergrund der Kanchenjunga. 

Heute ist draußen herrlich. Fast keine Wolke am Himmel. Und in der Sonne schön warm. 
Werde auch noch die nächste Nacht hier schlafen. 

Donnerstag, 30. Oktober 2014

Suche erfolgreich beendet, oder was macht man in Delhi?

Nachdem ich am Dienstag erfolglos einen Saree gesucht habe, habe ich mich nach einem leckeren Frühstück wieder auf den Weg gemacht. 

Diesmal nach Karol Bagh, eine von Touristen weitestgehend unbeachtet Einkaufgegend. Hier ist es nicht mehr ganz so aufgeräumt und geordnet wie gestern am Connaught Place. 
Fahre mit dem Tuk Tuk und gehe bummeln. Ein Sareeladen neben dem nächsten. Finde einen sehr anheimelnden Laden, auf Familienbasis. Draussen zieht man seine Schuhe aus, und drinnen wird man sehr zuvorkommend bedient. 
Nachdem ich erklärt habe was ich suche, ist es überhaupt kein Problem für den Verkäufer, fast direkt den richtigen aus dem Regal zu ziehen. Im Gegensatz zu gestern.

Finde einen etwas schlichteren Saree aus blauer ins violett schimmernden Seide mit gewebter goldener Bordüre. Schlicht, aber sehr schön. 


 Mit meinen neuen Einkäufen in der Tasche (es sind auch noch zwei neue Punjabi´s hinzugekommen) mache ich noch einen kleinen Bummeln durch Karol Bagh, esse im Vorbeigehen höllisch scharfe Momo´s (gedämpfte Teigtaschen), die so scharf sind, dass sich keine einzige Bakterie mehr in meinen Magen heute traut. 
Zum Nachtisch esse ich im besten Sweetsshop zwei Gulab Jamun, dass sind kleine frittierte Bällchen die dann in warmen Zuckersirup eingelegt werden. Mehr als zwei davon, schafft die beste Bauchspeicheldrüse der Welt nicht. Hin und wieder aber eine Sünde wert. 

Mit dem Tuk Tuk geht´s zurück zum Hotel. Dort gibt es seit neuestem ein kleines Café und ich genehmige mir einen sehr leckeren frozen coffee. 

Den Nachmittag verbringe ich in Delhi´s Old City. Fahre mit der Metro, gucke mir von aussen das Red Fort an 


 und schlendere durch die kleinen Gassen und Strassen von Chandni Chowk. 


Manchmal ist es auch von Vorteil wenn man so groß ist wie ich, dann behält man den Überblick. 

Mein Abendessen nehme ich Lal Kuan ein. Eine der größeren Strassen von old Delhi. Dort war ich vor zwei Jahren schon mal. Dort gibt es das für meinen Geschmack weltbeste Butter Chicken. Gegrilltes Hühnchen auf einer Joghurt Butter Soße, dazu frischen Zwiebel und eine milde Joghurtsoße (braucht man auch, mildert die langsam hochkommende Schärfe) dazu hauchdünnes Fladenbrot, auch Taschentuchbrot genannt, weil es so dünn und mehrfach gefaltet wird. Einfach himmlich. 



 Laufe zu Fuss zurück zum Hotel, etwa 40 Minuten. Und lasse mich in den restlichen Abend treiben. 




Dienstag, 28. Oktober 2014

Chaos bleibt Chaos, oder einfach nur der 1. Tag

Nachdem ich gestern mit meinem ganzen Gepäck in den Zug eingestiegen bin,  waren die anschließenden Stunden ziemlich schnell vorbei. 
Am Bahnhof in Siegburg, hatte sich ein netter Mann angeboten ein Foto von mir und meiner Mama zumachen. 
Im ICE, der ziemlich voll war, bin ich wie auch der nette Mann stehen geblieben. Bis Frankfurt sind es ja nur knapp 40 Minuten. 
Wir kommen ins Gespräch, er fliegt auch nach Asien, Thailand. Wir quatschen so viel dass wir Ruck Zuck in Frankfurt sind. Wir stellen fest: wir sitzen in dem gleichen Flieger (A380). 
Da sich Dirk, so heißt er, nicht so gut auskennt, übernehme ich das Zepter. Wir fahren mit dem Bus zum Terminal 2, checken ohne Probleme ein. (Mein aufgegebenes Gepäck wog genau 30,10 kg)
Anschließend vertilgen wir jeder von uns noch eine Kleinigkeit zu Mittag und gehen anschließend noch einen Kaffee trinken, eher wir in den Flieger einsteigen. 
Der Flug verläuft unspektakulär. Ankunft um 23.30 Uhr (20.30 Uhr MEZ) in Dubai. Dirk hat knapp 4 Stunden Aufenthalt und ich sogar 4.50 Stunden. 
Da Dirk noch nicht in Dubai war, betätige ich mich als Fremdenführerin. Bin mittlerweile etwa 20 Mal schon in Dubai umgestiegen und kenne mich etwas aus. 
Wir quatschen und quatschen und so vergeht auch in Dubai die Zeit wie im Fluge.

Dann trennen sich unsere Wege. Schade. War doch alles recht kurzzeitig. Dirk wohnt mit seiner Familie in Bonn. Leider kreuzen sich unsere Wege nicht auf dem Rückflug, ich fliege einen Tag eher zurück.

Nach meiner Landung in New Delhi, (MEZ plus 4,5 Stunden) um 9 Uhr. Geht es hier erstmal durch den Ebola Check. Dann zum Immigration Office, Geldwechseln und dann zum Kofferband. Gepäck holen.
Draussen empfangen mich 30°C und mein Fahrer. 
Mit etwas Stau bzw, durch das ganz normale Strassenchaos incl. Linksverkehr (den kann man immer so herrlich vergessen, wenn man in Deutschland ist) und dem ständigen gehupe, geht es ins Hotel. 


Habe das gleiche Zimmer wie letztes Jahr. 
AB unter die Dusche und luftige Klamotten an. Zum Mittagessen gibt es im Hotel Restaurant eine vegetarische Platte mit unterschiedlichen Gemüse aus dem Tandoori Ofen. Und ein Naan Brot (Fladenbrot was auch im Tandoori Ofen gebacken wird und himmlisch schmeckt) Sehr lecker. 


Danach begebe ich mich zu Fuss ins Strassenchaos von Delhi, auf Saree Suche. Habe trotz Tipp vom Traveldesk keinen vollkommen Schönen gefunden. Oder es waren astronomische Preise, ab 250 € aufwärts. 


Teil 2 meiner Suche starte ich morgen. 

Zu Abend habe ich einem wirklich netten Restaurant gegessen. 
Bilder liefere ich morgen nach. Nach fast 36 Stunden auf den Beinen und ohne wirklichen Schlaf muss ich jetzt ins Bett. 


Montag, 27. Oktober 2014

Es geht wieder los.

Es ist wieder soweit. Ich sitze am Flughafen von Frankfurt und warte auf den Abflug. 
An nach Indien in die zweite Runde Indian Eye Camp. 
Morgen früh werde ich bereits in New Delhi landen und mich wie gewohnt fast täglich zu Wort melden. 
Also bis dann. 
Gepäck ein Koffer mit Optik 17 Kg und 13 Kg persönliches Gedöns aufgegeben 12 Kg Handgepäck und eine Fototasche.
Hoffentlich kommt alles an.  

Indian Eye Camp

Indian Eye Camp
mit einer heiligen Kuh

Info´s

Auf meiner Tour durch Nord-Indien 2012 bin ich, Ricarda Schmitz, im Teedorf Makaibari, etwa 40 km südlich von Darjeeling gelandet. Hier wird der berühmte Darjeeling Tee angebaut. Dort habe ich ein paar Tage bei einer Teepflücker-Familie gelebt und durfte am Dorfleben teilnehmen.

Das Besondere? Alle mit denen ich Kontakt hatte, strahlten eine innere Zufriedenheit aus und begnügten sich mit dem was sie ihr Eigen nannten. Dies ist aus der Sicht eines Europäers nicht besonders viel. Ein bescheidenes Dach über dem Kopf, Schulbildung für die Kinder (meistens nur die Jungs) ein wenig Ackerbau zur Selbst- versorgung und mit etwas Glück: fliessendes Wasser.

Das Erlebte: Während meines Aufenthalts, durfte ich mit den Tee-Pflückerinnen den Tee ernten und in der Fabrik den Tee sortieren. Eine sehr anstrengende Arbeit, wie ich finde. Der Verdienst? Für 8 Stunden Arbeit, traurige 1,54 € pro Tag.

Die Idee ist ein bisschen von meiner Arbeit, der Augenoptik, zurückzugeben. Ende September geht es los. Auf ins Dorf nach Makaibari im Himalaya. Dort werde ich 3 Wochen lang, meinen Beruf des Augenoptikers ausüben und die Brillenstärke der Einwohner bestimmen und für den richtigen Durchblick sorgen.

MIT IHRER MITHILFE
würde ich gerne mit einem Optiker in der Nähe von Makaibari die richtigen Brillen fertigen. Dafür bitte ich Sie um finanzielle Unterstützung um das Gelingen meines Projekt ´s zu sichern.

(von Sachspenden bitte ich abzusehen, da ich auch den Optiker in Indien unterstützen möchte. Eine fertige Brille kostet in Indien ca. 35 €uro.)